Lagerungsschwindel – Symptome, Diagnose und Behandlung
Kurze Drehschwindelattacken bei bestimmten Kopfbewegungen
Wenn sich beim Umdrehen im Bett, beim Hinlegen oder beim Aufstehen plötzlich alles dreht, ist das oft sehr beunruhigend. Viele Betroffene halten sich im ersten Moment fest und vermeiden anschließend jede Bewegung, die den Schwindel erneut auslösen könnte. Eine häufige Ursache solcher Beschwerden ist der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel, kurz BPLS oder BPPV.
Der Name klingt komplizierter, als die Erkrankung meist ist: Es handelt sich um kurze Drehschwindelattacken, die durch bestimmte Kopfbewegungen ausgelöst werden. Der Lagerungsschwindel ist in der Regel gut behandelbar. Trotzdem sollte neu aufgetretener oder unklarer Schwindel immer sorgfältig eingeordnet werden – denn nicht jeder Schwindel beim Bewegen des Kopfes ist automatisch ein Lagerungsschwindel.
In unserer HNO-Praxis in Bonn-Bad Godesberg erfolgt die Abklärung von Schwindel anhand der Beschwerden und gezielter Untersuchungen des Gleichgewichtssystems.


Was passiert beim Lagerungsschwindel?
Im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs befinden sich winzige Kalkkristalle, die sogenannten Otokonien. Sie helfen dem Körper dabei, die Lage des Kopfes und Bewegungen wahrzunehmen. Manchmal lösen sich einzelne dieser Partikel und geraten in einen der Bogengänge des Gleichgewichtsorgans.
Wenn der Kopf dann in eine bestimmte Position kommt, bewegen sich die Partikel in der Flüssigkeit des Bogengangs. Das Gleichgewichtsorgan meldet dem Gehirn eine Bewegung, die so gar nicht stattfindet. Für wenige Sekunden entsteht dadurch das typische Gefühl, dass sich die Umgebung dreht.
Am häufigsten ist der hintere Bogengang betroffen. Es gibt aber auch andere Formen des Lagerungsschwindels. Welche Variante vorliegt, lässt sich anhand der Beschwerden und der Lagerungsuntersuchung meist gut unterscheiden.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die genaue Beschreibung der Beschwerden und die Lagerungsuntersuchung liefern wichtige Hinweise.
Beschwerden beschreiben
Auslöser, Dauer und Art des Schwindels geben wichtige Hinweise.
Lagerung untersuchen
Der Kopf wird kontrolliert in bestimmte Untersuchungspositionen gebracht.
Augenbewegungen beobachten
Typische Augenbewegungen helfen bei der weiteren Einordnung.

Am Anfang steht eine genaue Beschreibung der Beschwerden. Wann tritt der Schwindel auf? Wie lange dauert er? Ist es ein Drehen, Schwanken oder eher ein Benommenheitsgefühl? Gibt es begleitende Hörveränderungen, Kopfschmerzen oder Sehstörungen? Diese Angaben helfen oft schon sehr dabei, die richtige Richtung einzuschlagen.
Danach folgt die Lagerungsuntersuchung. Dabei wird der Kopf kontrolliert in bestimmte Positionen gebracht. Je nach vermuteter Form werden unterschiedliche Tests eingesetzt, etwa das Dix-Hallpike-Manöver oder eine Drehprüfung in Rückenlage.
Während der Untersuchung achtet man nicht nur darauf, ob Schwindel ausgelöst wird. Auch die Augen liefern wichtige Hinweise: Bei einem typischen Lagerungsschwindel können kurze, unwillkürliche Augenbewegungen auftreten. Diese werden Nystagmus genannt und helfen dabei, die betroffene Seite und den beteiligten Bogengang einzugrenzen.
Sind bei Lagerungsschwindel Übungen zu Hause sinnvoll?
Bei wiederkehrendem Lagerungsschwindel können Heimübungen oder Selbstmanöver eine sinnvolle Ergänzung sein – allerdings vor allem dann, wenn die Diagnose bereits gesichert ist und bekannt ist, welche Seite und welcher Bogengang betroffen sind.
Bei erstmaligen, veränderten oder unklaren Beschwerden sollte eine Selbstdiagnose über Internetvideos oder Beschreibungen vermieden werden. Das gilt besonders bei eingeschränkter Beweglichkeit der Halswirbelsäule, nach Operationen, bei starken Beschwerden oder wenn weitere Symptome hinzukommen.
Verlauf: Kann Lagerungsschwindel wiederkommen?
Lagerungsschwindel kann sich zurückbilden, manchmal auch ohne Behandlung. Mit einem passenden Repositionsmanöver lässt sich die Besserung jedoch häufig beschleunigen. Nicht selten ist mehr als eine Behandlung oder eine kurze Verlaufskontrolle erforderlich.
Auch nach erfolgreicher Behandlung kann der Schwindel Monate oder Jahre später erneut auftreten. Das ist unangenehm, aber nicht ungewöhnlich und bedeutet nicht automatisch, dass eine gefährlichere Erkrankung dahintersteckt. Bei wiederkehrenden Beschwerden sollte dennoch geprüft werden, ob tatsächlich wieder ein Lagerungsschwindel vorliegt oder ob sich das Beschwerdebild verändert hat.
Wann sollte Schwindel rasch abgeklärt werden?
Eine ärztliche Abklärung ist besonders wichtig, wenn Schwindel erstmals auftritt, ungewöhnlich verläuft oder trotz Behandlung bestehen bleibt.
Sofortige notfallmedizinische Hilfe ist erforderlich bei Symptomen wie Doppelbildern, Sprach- oder Sprechstörungen, Lähmungen, Gefühlsstörungen, Bewusstseinsstörungen, einer neu aufgetretenen ausgeprägten Stand- oder Gangunsicherheit oder sehr starken neuen Kopfschmerzen. Auch ein plötzlich einsetzender, anhaltender Schwindel ohne typischen Lagewechsel-Auslöser sollte nicht vorschnell als Lagerungsschwindel eingeordnet werden.
Lagerungsschwindel sorgfältig untersuchen und behandeln
Kurze Drehschwindelattacken bei bestimmten Kopfbewegungen können für einen Lagerungsschwindel sprechen. Entscheidend ist jedoch, die Beschwerden zunächst medizinisch einzuordnen und andere mögliche Ursachen zu berücksichtigen.
In unserer HNO-Praxis in Bonn-Bad Godesberg untersuchen wir, ob die Beschwerden zu einem Lagerungsschwindel passen und welcher Bogengang betroffen sein könnte. Auf Grundlage der Untersuchung besprechen wir mit Ihnen das passende weitere Vorgehen.
Bei gesicherter Diagnose kann ein geeignetes Repositionsmanöver häufig zu einer deutlichen Besserung beitragen. Auch bei wiederkehrenden oder veränderten Beschwerden stehen wir Ihnen für eine erneute Abklärung zur Verfügung.
